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Claudia Moll, Pflegevollmächtigte der Bundesregierung bei der Ernennung durch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach,Foto © Foto © Pflegebevollmächtigte, Fotograf Thomas EckeClaudia Moll, Pflegevollmächtigte der Bundesregierung bei der Ernennung durch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, Foto © Pflegebevollmächtigte, Fotograf Thomas Ecke

Claudia Moll ist die neue Pflegebevollmächtigte und sagt Ja zu Pflegekammer und Gewerkschaft

Auf Vorschlag von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Bundesregierung Claudia Moll zur Pflegebevollmächtigten der Bundesregierung ernannt. Die Bevollmächtigte bringt eine umfassende, dreißigjährige Erfahrung als Altenpflegerin und Fachkraft für Gerontopsychiatrie mit und hat sich regional wie überregional politisch engagiert, sie gehört seit 2017 dem Deutschen Bundestag an. Auf sie wartet eine anspruchsvolle Aufgabe, denn sowohl im Bereich Altenpflege wie im Bereich Krankenpflege müssen grundlegende Strukturreformen erfolgen.

Dem Deutschen Ärzteblatt stellte sich Claudia Moll in einem Interview vor und zeigte erste wichtige Arbeitsbereiche auf. Am dringendsten sei es, den Mangel an Pflegekräften zu verringern. Dazu benötige man mehr Personal, „und wir brauchen das Personal an der richtigen Stelle. Dazu muss auch die Personalbemessung schneller vorangetrieben und ausgebaut werden.“ Sie hob die Bedeutung des Entlastungsbudgets hervor. Zugleich forderte sie den einfachen Zugang zu Beratungsstrukturen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Da sich in der Pflegepolitik Veränderungen nicht mit einem Federstrich erzielen lassen würden, betonte sie: „Ich kann ziemlich hartnäckig sein.“

Claudia Moll positioniert sich berufspolitisch eindeutig: „Ich fordere ganz klar, dass die Pflege überall dort mit an den Tisch muss, wo über Fragen entschieden wird, die sie angehen. Aber natürlich müssen die Pflegekräfte sich auch endlich mal selber organisieren, für ihre Pflegekammern einstehen und diese aufbauen. Eine Weiterentwicklung des Berufes kann es nur mit Pflegekammern geben. Aber neben dem Aufbau von Pflegekammern müssen sich die Pflegekräfte auch stärker gewerkschaftlich organisieren – wie das andere Branchen schon längst machen. Nur so kann man Verbesserungen von Arbeitsbedingungen durchsetzen“, sagte Moll gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt.

Während die zwei Vorgänger im Amt, Karl Josef Laumann und Andreas Westerfellhaus, als Pflegebevollmächtigte in das Amt eines Staatssekretärs berufen wurden, entfällt bei der ersten Frau, die in dieses Amt berufen wurde, diese Amtswürde. Hierzu gab es bereits kritische Nachfragen, etwa vom Deutschen Pflegerat, der auch hierzu das Gespräch mit dem Bundesgesundheitsminister suchen will.



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