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EU-Urheberrechtsreform: Anpassung der Gesetzgebung ans digitale Zeitalter

Mit einer umfangreichen Reform versucht die EU-Kommission, das Urheberrecht in der Europäischen Union an die besonderen Bedingungen des digitalen Zeitalters anzupassen. Ziel ist es, Rechteinhaber wie Journalisten, Musiker, Fotografen und ihre Verlage und Agenturen besser zu schützen und insbesondere die Unternehmen, die im Web deren Inhalte verbreiten, zu angemessenen Linzenzzahlungen zu verpflichten. Die Urheberrechtsreform ist damit ein weiterer Schritt der EU-Gesetzgebung, Unternehmen wie Google oder Facebook die Hoheit über die Daten ihrer User und der Kreativwirtschaft langfristig zu entziehen. Weiterhin dient die Reform dem Ziel, das Urheberrecht innerhalb der EU weiter zu vereinheitlichen. Die Urheberrechtsreform ist umstritten aufgrund eines in ihr enthaltenen einzelnen Artikels, der Unternehmen wie Youtube verpflichtet, von Usern hochgeladene Inhalte vor Veröffentlichung auf urheberrechtlich geschützte Inhalte zu überprüfen. Kritiker befürchten, diese Prüfung sei nur mithilfe automatisierter und fehleranfälliger Systeme möglich und würde die Veröffentlichung usergenerierter Inhalte stark behindern. Die großen Internetkonzerne betrieben bis zuletzt eine umfangreiche Lobbyarbeit, um Politik und Interessenverbände in ihrem Sinne zu beeinflussen. So forcierte Youtube eine Debatte über die Freiheit des Internets angeblich bedrohende Uploadfilter und die drohende Abschaltung von Kanälen auf seinem Portal. Es wird davon ausgegangen, dass die Umsetzung der geplanten EU-Urheberrechtsreform allein Google mehrere Milliarden Euro an Lizenzgebühren kosten würde.



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