Professionelles IT-Management ist mittlerweile ein unverzichtbarer Bestandteil in allen Einrichtungen des Gesundheitswesens – das „papierlose Krankenhaus“ ist längst keine reine Zukunftsvision mehr. Entsprechend werden interdisziplinär qualifizierte Mitarbeiter mit Sachverstand sowohl in Medizin als auch Informationstechnologie in allen Gesundheitsunternehmen, Verbänden, Organisationen, wissenschaftlichen Einrichtungen und IT-Firmen benötigt. Die Aufgabengebiete sind dabei vielfältig.
Die wachsenden Ansprüche in der Patientensicherheit, rasante Entwicklungen in der Medizintechnik sowie fortdauernde Prozessoptimierung in der Gesundheitsversorgung vor dem Hintergrund geforderter Kostensenkung verlangen kontinuierlich neue IT-Lösungen.
Die Einrichtung von Gesundheitsdatenbanken, der aktuelle Ausbau der Telematikinfrastruktur sowie die exakte Dokumentation von Patientendaten und medizinischer Leistung stellen höchste Ansprüche an Datenschutz und Datensicherheit. Auch die Umsetzung neuer Versorgungsstrukturen erfordert die Implementierung innovativer Gesundheitstechnologien, die nur mit Hilfe von Experten an der Schnittstelle von Medizin und IT-Management realisiert werden kann. Innovationen in der medizinischen Wissenschaft, wie z.B. in der pharmazeutischen Forschung, ziehen umfangreiche Datenmengen nach sich, die nach internationalen Standards sachgerecht bearbeitet werden müssen.
In Kooperation mit der Ärztekammer Nordrhein hat das mibeg-Institut Medizin unter Mitwirkung anerkannter Experten aus den Bereichen der Medizinischen Informatik, Biometrie und Epidemiologie als erstes Institut die Weiterbildungsreihe „Medizinische Informatik“ entwickelt, die seit 1995 kontinuierlich und fortlaufend aktualisiert angeboten wird.
Absolventen dieser Seminare verbinden in ihrer klinischen Tätigkeit ärztliche und medizin-informatische Kompetenz und wirken beispielsweise erfolgreich bei der Implementierung von Krankenhaus-Informationssystemen oder Archivierungsdatenbanken mit. Sie planen die IT-Strukturen von Medizinischen Versorgungszentren oder sind beteiligt an der Optimierung von medizinischen Arbeitsprozessen. Ihre Kompetenzen sind ebenso gefragt in klinischen Rechenzentren, in medizininformatischen Forschungsinstituten, im Bereich der Arzneimittelprüfung, in Tumorzentren, Zentrallabors, bei Krankenversicherungen und Unternehmensberatungen sowie überall dort, wo medizinspezifische Software entwickelt wird.
Wir wenden uns mit dieser Weiterbildung jedoch nicht nur an Ärztinnen und Ärzte, sondern auch an Interessenten aus verwandten Fachrichtungen, die ihre bisherigen Studienkenntnisse bzw. beruflichen Erfahrungen interdisziplinär weiterentwickeln und im Gesundheitswesen einsetzen wollen.
Die Theoriephase umfasst 360 Unterrichtsstunden, verteilt auf zehn Wochenendeinheiten und vier Wocheneinheiten. In der Praxisphase mit einem Umfang von insgesamt 480 Zeitstunden sind praxisbezogene Projektarbeiten vorgesehen. Die Themenstellung kann durch die Teilnehmer selbst unter Bezug auf ihr jeweiliges Arbeitsfeld erfolgen und wird mit dem Projektbeirat abgestimmt. Am Ende des Seminars werden die Projektarbeiten im Rahmen eines Kolloquiums unter fachlicher Leitung des Projektbeirats vorgestellt und bewertet.
Das Curriculum richtet sich nach den zeitlichen und inhaltlichen Vorgaben der Weiterbildungsordnung der Ärztekammer Nordrhein und ersetzt damit vollständig die für Ärzte geforderte zwölfmonatige Vollzeitweiterbildung in einer anerkannten Weiterbildungsstätte. Damit ist der Erwerb der ärztlichen Zusatzbezeichnung „Medizinische Informatik“ möglich. Der entsprechende Antrag kann nach Abschluss des Seminars bei der jeweiligen zuständigen Landesärztekammer gestellt werden.
Die erfolgreiche Teilnahme wird durch das Zertifikat „Medizinische Informatik“ der Ärztekammer Nordrhein, Repges & Partner und des mibeg-Instituts Medizin bestätigt. Die Weiterbildung Medizinische Informatik ist nach den Richtlinien für die zertifizierte ärztliche Weiterbildung gestaltet und durch die Ärztekammer anerkannt. 360 CME-Punkte sind der Veranstaltung zugeordnet.
Wir laden herzlich zur Teilnahme ein.
Dipl. Päd. Barbara Rosenthal
Institutsleiterin
Einen umfassenden Überblick über Websites und weitere Informationsmöglichkeiten zum Themenkomplex Medizin-Informatik bietet die von Prof. Dr. Rüdiger Klar und Prof. Dr. Stefan Schulz vom Universitätsklinikum Freiburg verantwortete Seite Health Informatics World Wide.
Zur Entwicklung und Realisierung der Weiterbildung Medizinische Informatik wurde ein Projektbeirat gebildet, der nicht nur die Auswahl qualifizierter Referenten verantwortlich begleitet, sondern auch Inhalte und Zeitrahmen des Seminars mitgestaltet, die Qualität der Seminararbeit gewährleistet und bei der Realisierung des Gesamtprojekts berät.
Diesem Projektbeirat gehören an:
Hier finden Sie den aktuellen Flyer der berufsbegleitenden Weiterbildung Medizinische Informatik als pdf-Datei.
Die Weiterbildung umfasst vierzehn Seminareinheiten im Zeitraum von rund zwei Jahren.
Die 17. Weiterbildung Medizinische Informatik startet am 15. November 2013 in Köln.
Karen Heidemann
Sachsenring 37–39
50677 Köln
Tel. 0221-33 60 4 -615 / -610
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